Ein Entnahmeplan zur besseren Krisenbewältigung

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Mit Sparplänen sind inzwischen – Gott sei dank – schon sehr viele AnlegerInnen vertraut. Was man aber ebenso haben sollte, ist ein Entnahmeplan. Eine klare Vorstellung, wann und wie man dann auch wieder an die Substanz seiner Ersparnisse gehen möchte, also wohlverdiente Anlagevermögen auch wieder abschichten möchte. Das ist aktuell umso mehr ein Thema für ältere Anleger, die befürchten, dass sie die im jüngsten Bärenmarkt erlittenen kapitalen Verluste nicht mehr reinverdienen können. Das weiß niemand. Man weiß nur, dass bisher jeder Bärenmarkt auch ein Ende fand und Bullen wieder aufgetaucht sind.

Wer sich jetzt also hinsetzt und seinen persönlichen Entnahmeplan erstellt, wird auch schneller wieder aus dem Tal der Tränen herauskommen und feststellen: Ok, das ist nicht der beste Zeitpunkt aus dem Kapitalmarkt auszusteigen, aber das muss man ja auch nicht. Wer sagt denn, dass man jetzt – ob 50+ oder jünger - komplett aus Aktien aussteigen muss? Entnehmen braucht man ja „nur“ so viel, wie man gerade zum Leben oder als Zusatzpension braucht oder haben möchte.

Bei seinem persönlichen Entnahmeplan kann man als Basis einmal vier Prozent des angesparten Vermögens pro Monat ansetzen, die man dann entsprechend dem tatsächlichen Bedarf adaptiert. Den Rest des Anlagevermögens lässt man im Vorsorgetopf und lässt es weiter für sich arbeiten. Es empfiehlt sich mit eine Entnahmeplan-Berechner einmal anzuschauen, was tatsächlich an monatlichen Auszahlungsraten bei seinen bisherigen Ersparnissen überhaupt drinnen ist. Einen Link zu einem Entnahmeplan-Berechner findet ihr hier: https://www.zinsen-berechnen.de/entnahmeplan.php

Vorsicht, auch das kann ernüchternd sein: Wer beispielsweise 100.000 angespart hat und sich damit 20 Jahre lang mit einer Zusatzpension das Leben versüßen möchte, kann sich bei durchschnittlich angenommen jährlichen Renditen von vier Prozent 600 Euro pro Monat ausbezahlen.

Vielleicht will man ja auch gar nicht seine gesamten Ersparnisse selbst konsumieren, sondern einen Teil davon weitervererben und nicht entnehmen. Dann haben natürlich die Kinder und Enkel wieder einen entsprechend langen Anlagehorizont um die aktuellen Kursrückschläge aufzuholen. Deshalb kann man auch als Best Ager durchaus etwas risikoreicher veranlagt sein.

Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung, sondern nur um die persönliche Meinung der Autorin

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