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SWR2 Kultur Aktuell
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Welche Bücher sind neu, was läuft im Kino, wie sieht die Festivalsaison aus und worüber diskutieren Kulturwelt und Kulturpolitik? Im Podcast SWR Kultur Aktuell widmen wir uns täglich den Nachrichten, mit Hintergründen, Gesprächen, Kritiken und Tipps. Damit Sie nichts Wichtiges mehr verpassen! Zur Sendung in der ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-kultur-aktuell/12779998/
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×Auf den Komponisten Arnold Schönberg geht das Bonmot zurück, dass Kunst nicht von ‚Können‘, sondern von ‚Müssen‘ komme – womit er vor allem die Vorstellung dekonstruierte, ein souverän agierender und in sich ruhender Mensch handle frei von materiellen Sorgen und körperlichen Beschwerden im Dienste des Guten, Wahren, Schönen. Dass große Kunst jedoch immer auch mit Schmerzen, Versagensängsten und unbeherrschten Gefühlsausbrüchen zu tun hat, dafür steht wie kaum ein anderer der Florentiner Benvenuto Cellini, von dessen Autobiographie Goethe nicht zuletzt deshalb begeistert war – und sie ins Deutsche übersetzte –, weil Cellini sein Leben selbst zum Kunstwerk stilisierte. Und dies ist auch der Ansatz, unter dem der Kunsthistoriker Andreas Beyer dem Goldschmied und Bildhauer Cellini ein Buch widmet, das den Untertitel ‚Ein Leben im Furor‘ trägt. Nicht nur die Werke des Florentiners stehen hier im Mittelpunkt, sondern vor allem die Umstände, die sie entstehen ließen. Und zu diesen gehört ein überaus widersprüchlicher und aufbrausender Charakter, den Giuseppe Baretti, der Wiederentdecker der Autobiographie des Künstlers, wie folgt beschrieb: „Kühn wie ein französischer Artillerist, rachsüchtig wie eine Viper, überaus abergläubisch, voller bizarrer Einfälle und Launen.“ Dem Herrscher ebenbürtig Und gewalttätig war er: Andreas Beyer schildert die Umstände der drei Morde, die Cellini im Laufe seines Lebens beging und die immer im Zusammenhang mit der Entstehung eines seiner Werke standen. Es sind diese Werke – ob das berühmte ‚goldene Salzfass‘ für den französischen König François I oder der die Medusa tötende Perseus für den Medici-Herzog Cosimo I. –, welche dem Künstler in der frühen Neuzeit eine dem souveränen Herrscher ebenbürtige Stellung verschafften, nämlich über dem Gesetz; mit den Worten Andreas Beyers: Die plenitudo potestatis des Künstlers, seine nur Fürsten vergleichbare Souveränität, findet in Cellini einen ihrer selbstbewusstesten Träger. Quelle: Andreas Beyer – Cellini. Ein Leben im Furor Der Künstler als Verbrecher Andreas Beyers Berliner Kollege Horst Bredekamp hat vor einigen Jahren den bezeichnenden Titel „Der Künstler als Verbrecher“ für einen Vortrag gefunden, in dem er die Ästhetik vieler Künstler der frühen Neuzeit – wie Veit Stoß, Michelangelo oder Bernini – als Garantin ihrer Rechtsenthobenheit analysierte. Und Beyer zeigt, wie radikal diese Kunst-Souveränität von Cellini beansprucht und gelebt wurde. Gleichzeitig macht er deutlich, dass diese Sonderstellung Ausdruck eines überaus modernen Künstler-Selbstbewusstseins ist – modern im Sinne der berühmten Pariser Querelle des 17. Jahrhunderts, in der die Überlegenheit des französischen Klassizismus über die Antike gepriesen wurde. Mehr als ein Jahrhundert früher preist der französische König Cellinis Jupiter-Darstellung dafür, dass dieses Werk jedem Vergleich mit antiken Vorbildern nicht nur standhalte, sondern diese sogar überträfen. Daneben betont Beyer einen anderen, nicht weniger wichtigen Aspekt dieses exemplarischen Künstlerlebens, wenn er von der „künstlerischen Übertragungsleistung“ Cellinis spricht; mit dieser habe er offenbar kompensiert, was er weder öffentlich leben noch verbal zum Ausdruck bringen konnte. So manifestiert sich laut Beyer im ‚Perseus‘, der bis heute eine der Attraktionen der Loggia dei Lanzi im Herzen von Florenz ist, die Einlagerung der erotischen Energie des Künstlers als symbolischer Schöpfungsakt: Cellini hat das Primat der unmittelbaren Herleitung der Kunst aus der Natur betont und so die zeitgenössische Doktrin von der nur geistigen Hervorbringung der Kunst konterkariert. Quelle: Andreas Beyer – Cellini. Ein Leben im Furor Einzelgänger und Außenseiter À propos erotische Energie: Wie frauenverachtend, ja gewalttätig der bis in sein 62. Lebensjahr ewige Junggeselle Cellini war, erläutert Beyer an verstörenden Erzählungen aus diesem Leben, als dessen Konstante Uwe Neumahr in seiner 2021 zum 450. Todestag erschienen Cellini-Biographie den ewigen Kampf ausmachte. Ein Kampf, den er womöglich kämpfen musste, weil er ihm die Energie zu seiner außergewöhnlichen Kunst gab – die er schaffen musste. Als einen notorischen Einzelgänger und ewigen Außenseiter beschreibt ihn Andreas Beyer im letzten Satz seines Buches – und als einen, „der in seiner Vereinzelung zur Essenz modernen Künstlertuns geworden war.“…
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1 Kreativität auf Rädern: Die Motivwagen der Mainzer Fastnacht 6:57
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In diesem Jahr thematisieren die Wagen unter anderem die Ampel-Koalition, die Bürokratie in Deutschland und internationale Konflikte. Ein besonderes Highlight ist für Apitz der Wagen mit Boris Pistorius, der sich scheinbar geschützt hinter einem NATO-Schirm versteckt – bis sich beim Vorbeifahren herausstellt, dass er darunter völlig nackt ist.…
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1 Kinostart von „Like a Complete Unknown“ - Biopic über Bob Dylan 3:34
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Bob Dylan ist zweifellos ein großartiger Musiker. Und von nun an auch einer, der nicht nur auf der Bühne zu Hause ist: Sein Leben kommt nun auch auf die Leinwand. Ende Februar kommt der Film „Like a Complete Unknown“ in die Kinos. Auf der Berlinale wurde Hauptdarsteller und Hollywood-Star Timothée Chalamet mit Begeisterung und einem Kreischkonzert empfangen.…
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1 Rettet die Soziale Medien: Initiative „Save social“ will andere Plattformen 6:11
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Soziale Medien fördern nicht die Demokratie Der Ton im Wahlkampf habe sich in jedem Fall geändert. Staschen betont weiter: Soziale Medien seien nicht für demokratische Prozesse geschaffen worden, sondern um „Gewinne zu maximieren“. In der heutigen Aufmerksamkeitsökonomie würden die Algorithmen der sozialen Medien die Inhalte bevorzugt, die polarisieren. Mit seiner Initiative „Save Social“ – die unter anderem auch von Jan Delay oder Marc-Uwe Kling unterstützt wird – will Staschen solche Sozialen Medien fördern, die anders als X, TikTok, Instagram oder Facebook funktionieren. So sollen „offene Standards“ eingeführt werden, durch die Daten dezentral organisiert werden.…
Regen. Salzwasser. Wellen. Schon die ersten Bilder – oder sollte man sagen Elemente? – in Etel Adnans Band „Hochbranden“ ziehen einen hinein in das evokative Universum dieser Dichterin und Denkerin. Es sind sinnstiftende, da programmatische Bilder. Denn wie Wellen und das Meer kräuseln sich in diesem Band auch die Gedanken und Überlegungen in einer unendlichen Bewegung. Regen kehrt zum Klang seines Ursprungs zurück, wenn die Nacht sich ausbreitet; über dem Land ist die Nacht so lang wie die verlassenen Straßen einer Stadt ... oder der Weg zu fernen Galaxien. Quelle: Etel Adnan – Hochbranden Erkundungen über das Sein Tatsächlich ist „Hochbranden“ eine tiefgründige Erkundung von grundlegenden Fragen des Seins: Was ist Identität? Was ist Realität? Wo sind die Grenzen unserer Wahrnehmung und unseres Selbst? Der Band ist zusammengesetzt aus einem längeren Prosa-Gedicht und einem dreiteiligen Zyklus mit dem Titel „Gespräche mit meiner Seele“. Was die Texte eint, ist die fragmentarische Form des philosophischen Aphorismus. Niemand weiß, woraus das Leben entspringt, aber es entspringt, wie die Realität aus einem Heidegger-Buch. Normalerweise sehe ich einen Teppich auf dem Boden, Stühle, wahrscheinlich einen Hund, ganz einfach. Und wahrscheinlich alles falsch. Quelle: Etel Adnan – Hochbranden Immer wieder versinnbildlicht Adnan mit solch unerwarteten Wendungen: Es gibt keine eindeutigen Antworten auf die großen existentiellen Fragen. Im Gegenteil: Fast lustvoll bricht die Autorin mit der Illusion, es gäbe so etwas wie ein letztes Wissen. Spirituelle Gelassenheit, kindliche Neugier Spirituelle Gelassenheit ist deshalb in diesen Texten ebenso zu vernehmen wie Adnans lebenslang ungetrübte, fast kindlich anmutende Neugier auf alles, das sie umgibt: vom Nebel im geliebten San Francisco bis zum Mond am fernen Horizont. Zugleich ist nichts darin reine Abstraktion: Etel Adnan war bereits 93 Jahre alt bei Erscheinen des Bandes. Alles, worüber sie schreibt, ist durchtränkt von den Erfahrungen ihres langen Lebens. Dazu zählt auch das Nachdenken über den Tod: Wir spüren nur zu gut dieses Hochbranden einer Angst in der Obskurität der Organe, diese Obskurität, diesen inzestuösen Schmerz. Quelle: Etel Adnan – Hochbranden Das Grenzenlose denken. Denken ohne Grenzen Adnan weiß um diesen Schmerz. Aber indem sie sich selbst in den endlosen Seins-Kreislauf von Vergehen und Werden einwebt, verweigert sie dem Tod die Macht über sich und ihr Denken. Dieses Denken ist grenzenlos – wie die Gezeiten. Überhaupt: Grenzen zu überwinden ist tief in die Poetik von Etel Adnan eingeschrieben. Berge steigen in uns auf, wie es die Sprache tut, machen aus der Analogie einen wesenhaften Teil des Denkens (somit des Daseins). Daher sind Berge Sprachen und Sprachen sind Berge. Wir sprechen beides. Quelle: Etel Adnan – Hochbranden Diese Grenzenlosigkeit erlaubt es Adnan auch, Poesie und politische Realitäten mühelos miteinander zu verbinden. So lässt sie mit nur wenigen Worten das Bild einer scheinbaren Idylle in die Versehrungen einer Welt münden, die von Krieg und Vertreibung heimgesucht ist. Züge zu nehmen, ist beruhigend: Ihr gleichmäßiger Rhythmus durchdringt die Landschaften, die sie durchqueren, während viele Flüchtlinge, die am Rande von Kriegen leben, diesen Rhythmus in ihren Adern tragen. Aber in einer Stadt anzukommen, ist eine andere Geschichte: Es bedeutet, Kriegsherren in die Arme zu laufen, die ganze Ortschaften niedergemäht haben. Quelle: Etel Adnan – Hochbranden Und doch: „Hochbranden“, von Klaudia Ruschkowski in ein glasklares Deutsch übertragen, spendet Trost: Denn auch Etel Adnans Liebe zu allem Seienden ist: grenzenlos. Wer sich mit ihr auf Reise begibt, ist gerüstet für eine ungekannte Zukunft.…
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1 So war die Art Karlsruhe: Interessierte Besucher, zufriedene Galeristen 7:03
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Es gab eine ganze Reihe neu eingeladener hochkarätiger Galerien zu bestaunen, ebenso wie interessante Werke gerade auch von jungen Künstlerinnen und Künstlern. Selbst die Verkaufszahlen können sich offenbar sehen lassen, obwohl der Kunstmarkt insgesamt schwächelt und der genaue Verkaufserlös ein gut gehütetes Geheimnis ist.…
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1 Zerrüttete Familienbeziehung: Das irische Drama „Leuchtfeuer“ von Nancy Harris am Staatstheater Mainz 3:42
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Eine raue Insel im Südwesten Irlands – das ist der Schauplatz des Familiendramas „Leuchtfeuer“ der irischen Autorin Nancy Harris. Es geht um die zerrüttete Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem erwachsenen Sohn, der Vater ist bei einem mysteriösen Segelunfall ums Leben gekommen. Das Staatstheater Mainz bringt das Stück gemeinsam mit den Luxemburger „Theatres de la ville“ auf die Bühne, doch alles in allem bleibt die Inszenierung etwas blass.…
Rinaldo als überdimensionales Puppentheater In der Karlsruher Produktion könnte man denken, die Figuren in Georg Friedrich Händels „Rinaldo“ seien von unsichtbaren Fäden geleitet, der Spielführer heißt Hinrich Horstkotte. Der Regisseur war ursprünglich Marionettenspieler. Als überdimensionales Puppentheater auf einer Guckkastenbühne mit Seitenprospekten und Holzboden inszeniert er die Oper bei den Karlsruher Händelfestspielen. Das macht Sinn, denn Händels italienischen Opern agieren kaum psychologisch ausgefeilte Individuen, sondern schemenhafte Figuren aus Torquato Tassos Märchen-Epos des „Befreiten Jerusalem“. Sie werden wie an Fäden durch ein Labyrinth der Gefühlsverwirrungen und intriganten Zaubereien geführt. Der mittelalterliche Kreuzzug ist lediglich eine Folie im Hintergrund. In diesem bleibt auch ein Panorama von Jerusalem mit der goldenen Kuppel des Felsendomes in der Mitte. Wie aus einer Orange schält sich die Zauberin Armida aus ihr heraus, um die Geliebte Almirena des Ritters Rinaldo in ihr magisches Reich zu entführen. Sie ist der Schwachpunkt des Helden. Mit seiner Suche nach ihr hat er einfach keine Zeit mehr, die Sarazenen zu vertreiben. Bühnenperfektion dank Kostüm, Bühnenbild und Animation In Armidas Zauberwelt geraten alle Beziehungen durcheinander, hier sind Täuschung und Enttäuschung das Grundprinzip. Dem folgt der Gesamtkunstwerker Horstkotte, der auch für die Bühne und die fabelhaften Kostüme verantwortlich zeichnet. Da gibt es illusionistische Räume durch Kulissenschieberei, das Zitat des Himmelsauges mit vorbeiziehenden Vögeln aus einem Deckengemälde Andrea Mantegnas. Im zweiten Teil dreht sich die Spiegelachse und man schaut in den Zuschauerraum eines barocken Theaters. Die Sitzreihen sind Wellenkämme aus denen Delfine springen und Rinaldo von einem sirenenhaften Wesen verführt wird. Zum Hit der Oper, der Tränenarie „Lascia ch’io piango“, verfließt der projizierte Zuschauerraum mit seinen Balkonen wie die Uhren in einem Gemälde Dális. Die wunderbar in die Szenerie eingearbeiteten Videoanimationen von Sven Stratmann erlebt man selten in solcher Bühnenperfektion. Das alles ist magische, durchaus witzige Schaulust und passt zum überquellenden Füllhorn der frühen Händel-Oper. (K)ein Happy End Am Ende geht scheinbar alles gut aus, das richtige Paar findet zueinander, Armida und ihr Sarazene Argante entfleuchen und Goffredo krönt sich im zerstörten Jerusalem zum Herrscher. Es ist die Wiederherstellung des Ursprünglichen durch Destruktion. Der Titelheld ist nach seinen bestandenen Abenteuern gegen Monster und Magie recht derangiert und blutbeschmiert. Liebesglück sieht anders aus. Entdeckung des Abends: Suzanne Jerosme als Almirena Lawrence Zazzo in der Titelpartie entspricht stimmlich ungewollt diesem zwiespältigen Schluss. Die großen Tage hat der Countertenor hinter sich, vieles klingt rau und oft rutscht er aus der hohen Lage in seine natürliche Baritonstimme, um Kräfte zu dosieren. Die virtuosen Koloraturen meistert er allerdings gut. Das gilt umso mehr für die Entdeckung des Abends, Suzanne Jerosme als Almirena mit einer entsprechenden Hochseilstimme. Valeria Girardello gibt Armida mit magischem Mezzo und verzichtet auf hexenhaften Furor. Der Argante von Francesca Ascioti ein ungemein spielfreudiger Alt und der Gegenspieler Goffredo mit Jorge Navarro Colorado ein königlicher Tenor. Unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini spielen die Deutschen Händel-Solisten mit samtigem Schwung. Insgesamt ein vor allem optisch geglückter Auftakt der Händelfestspiele.…
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1 „Gute Aussichten“ mit düsteren Bildern: Brillante Abschlussarbeiten junger deutscher Fotografie-Studierender 4:00
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Schlägertruppen gegen georgische Protestbewegung Hartes Blitzlicht erhellt eine nächtliche Menschenmenge, die auf den ersten Blick wirkt wie ein bizarrer Faschingstrupp: alle gleich gekleidet, mit seltsamen Strumpfmasken über den Gesichtern. Doch das hier ist kein Mummenschanz, sondern der Aufmarsch von Schlägertrupps gegen die georgische Demokratiebewegung. „Das sind PolizistInnen, aber auch Menschen, die unausgebildet von der Regierung angestellt werden, um die Proteste klein zu schlagen.“, sagt die Berliner Fotografin Lea Greub, die seit zwei Jahren die Situation in Georgien intensiv beobachtet. Wenn sie dort mit der Kamera Demos begleitet, trägt sie einen Schutzhelm mit der Aufschrift „Press“. Allerdings könnte genau das sie um so mehr zur Zielscheibe der regierungstreuen Schläger machen. Georgiens Techno-Szene ist das Herz der Opposition „Wenn man zu den Demonstrationen geht, dann überlegt man sich vorher: Wo sind die Fluchtwege?“, sagt Greub. „Es gibt Handy-Apps, wo immer parallel Live-Übertragungen stattfinden, wo sich gerade diese Schlägertruppen befinden, damit Demonstrierende und Medienschaffende fliehen können.“ Das klingt nach Kriegsberichterstattung. Doch Lea Greub ist alles andere als eine rasende Reporterin. Ihre Fotos sind subjektiver, rätselhafter und auch viel schöner als die üblichen Nachrichten-Bilder – etwa theaterhafte Porträts junger Menschen, die unter den konservativen Normen der Mehrheit leiden. Wobei ein Teil der georgischen Subkultur derzeit ganz unverhoffte Wertschätzung genießt – und zwar in der Techno-Szene. „Die Techno-Community in Georgien ist das schlagende Herz der Opposition. Die Technoclubs und die Bars sind die Orte, wo die Menschen sich verbinden, zusammenkommen, sich austauschen und die Opposition formen.“ KI-Bilder von Matthias Grund Rechnerbasierte Beats als Taktgeber von demokratischem Widerstand – das ist etwa so unerwartet wie die rechnerbasierten Bilder von Matthias Grund. Der seziert KI-generierte Abbildungen mit wissenschaftlicher Tiefenschärfe, etwa in der Werkgruppe Arbitrary Imitation, zu Deutsch: beliebige oder willkürliche Nachahmung. Zu sehen ist eine nüchterne Studioaufnahme von zwei Blumen, schön brav gerahmt mit Passepartout. Es gehe um die Thematik echt /unecht, sagt Grund: „Es ist das Porträt einer Lilie in Kombination mit einer synthetischen Blume. Das habe ich dann mit Hilfe von Algorithmen unendlich reproduzieren lassen.“ Die Frage nach Original und Vervielfältigung In einer langen Reihe von Rahmen steckt das scheinbar immer gleiche Blümchenfoto. Der Clou dabei: Keins ist identisch mit dem anderen – weil jedes KI-generierte Bild neu errechnet wird und dabei jedes Mal minimale Abweichungen entstehen. Für ein Video hat Matthias Grund die KI mit Bildern von Planeten gefüttert und beauftragt, daraus neue Himmelskörper zu bauen – eine Genesis, die wenig Vertrauenserweckendes schafft, sondern seltsam verschrumpelte Kugeln. KI erschafft nichts, sie berechnet nur Eine weitere Arbeit zeigt, was jedem, aber wirklich jedem KI-Bild zugrunde liegt, egal ob Papst in Daunenjacke oder reitender Astronaut: graues Bildpunkt-Rauschen, wie auf einem alten, kaputten Fernseher. „Die Firmen versuchen, so zu nuancieren, dass immer ein tolles Bild entsteht“, sagt Matthias Grund. „Ich will das durchbrechen und verstehen, welche ästhetische Phänomene aus diesen technischen Strukturen selbst heraus kommen. Was ist wirklich Kunst aus der KI und nicht eine Simulation von anderer Kunst durch KI.“ Da fällt es einem wie Pixel von den Augen: KI erschafft nichts, sie berechnet – und verstehen tut sie schon gar nichts. Allein für diese Aufklärung mit künstlerischen Mitteln lohnt der Besuch. Insofern: Wir sind schon gespannt aufs nächste Jahr, bitte weiter so, gute Aussichten!…
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1 Katja Petrowskaja schreibt über Bilder aus dem Ukraine-Krieg: „Es ist mein Akt des Widerstandes“ 4:03
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Zehn Jahren lang schrieb Katja Petrowskaja in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über ihr „Bild der Woche“. Die Auswahl der Bilder änderte sich schlagartig vor drei Jahren, als Russland in die Ukraine einfiel. Katja Petrowskaja sammelte Bilder aus diesem Krieg. Eine Form des Widerstandes und eine Mahnung, die Ukraine nicht zu vergessen, das sind Katja Petrowskajas Fototexte, die jetzt gesammelt in dem Band „Als wäre es vorbei. Texte aus dem Krieg“ bei Suhrkamp erscheinen.…
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1 Flüchtlingskrise mal anders: In „Families Like Ours“ von Thomas Vinterberg wird Dänemark überflutet 4:27
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Dänemark: Hyggelig, gemütlich und am Untergehen Dänemark gilt bei vielen als Insel der Glückseligen. Hyggelig gemütlich und sicher. Weil vor allem die Dänen auch wollen, dass das so bleibt, kontrollieren sie ihre Grenzen schon seit Jahren so scharf wie es sich hierzulande einige erträumen. In der Serie „Families Like Ours“ lässt sich die Natur aber nicht aufhalten. Im dänischen Außenministerium sickert durch, dass das Land den steigenden Meeresspiegel wohl nicht mehr kompensieren kann. Der hochrangige Mitarbeiter Nicolaj warnt verbotenerweise Freunde und Familie, sich selbst und ihr Vermögen noch so gut es geht zu retten. Der Klimawandel wird begreifbar Nicolajs Schwager Jakob ist Architekt und versucht noch sein Haus zu verkaufen, als sich an der Schule seiner Tochter Laura wie im ganzen Land die Nachrichten überschlagen. Der Klimawandel wird begreifbar, weil er nicht wie in Katastrophenfilmen üblich apokalyptisch hereinstürzt, sondern sich fast unaufgeregt ereignet: da steht das Wasser mal auf Äckern, oder kommt durch einen Gullydeckel hoch. Und die Serie spielt mit der Idee, wie in der Situation der Exodus eines europäischen Landes vonstatten gehen könnte. Panik oder Unruhen sieht man wenig, Politik schwappt nur über gelegentliche Nachrichten hinein. Das kann man als Kunstgriff oder Realitätsferne kritisieren. Regisseur Thomas Vinterberg erkundet seine Figuren mit einem wunderbaren Cast Aber das Hauptaugenmerk von Thomas Vinterberg gilt seinen Protagonisten: vor allem der Patchworkfamilie von Laura, die immerhin einen Studienplatz in Paris in Aussicht hat. Für ihre leibliche Mutter wird es dagegen schwieriger. Und dann verliebt sich Laura kurz vorher noch in ihren Klassenkameraden Elias, was ihr Halt gibt und sie gleichzeitig aus der Bahn wirft. Was löst das alles in den Menschen aus: der Verlust der Heimat, ein plötzlicher Aufbruch ins Ungewisse, ohne Arbeit, in Länder, die ihrerseits strenge Flüchtlingsgesetze erlassen haben? Mit einem wunderbaren Ensemble mit Esben Smed, Paprika Steen oder Amaryllis August erkundet Thomas Vinterberg, wie sich Menschen in Krisen verhalten, wie sie auseinander driften und wieder solidarisch zusammen finden. Anrührende Liebeserklärung an Dänemark und seine Menschen Thomas Vinterberg hat vor 30 Jahren mit dem ersten Dogma-Film „Das Fest“ und später mit dem Oscargewinner „Der Rausch“ Kinogeschichte geschrieben. Mit der Serie „Families Like Ours“ bleibt er einer Bildsprache treu, die sich ganz aus den Figuren entwickelt, nichts übertreibt und beispielsweise Musik oder Stille bewusst als dramaturgisches Mittel einsetzt. Seinem Land und dessen rigider Flüchtlingspolitik hält er den Spiegel vor, gleichzeitig formuliert er eine anrührende Liebeserklärung an die Menschen, ihre Sprache und eine europäische Kultur des Miteinanders. Wo sie in der Lage sind, alte Ideen von Wohlstand und bürgerlicher Vereinzelung hinter sich zu lassen, werden Beziehungen, Familien, Gruppen zu Inseln die einem den Boden unter den Füßen wiedergeben können. „Families Like Ours“ in der ARD Mediathek…
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1 „Public Screaming“: Wahlpartys an Kulturorten schaffen Gemeinsamkeit 5:02
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Angesichts der Umfragewerte geht es Diop aber auch darum, gemeinsam zu diskutieren, „wie wir in diesem Land weiterleben wollen." Dieses Bedürfnis teilen offenbar viele Kultureinrichtungen: Unter anderem am Karlstorbahnhof in Heidelberg, dem Frankfurter Mousonturm oder dem Theater Konstanz kann man sich am Wahlabend zum „Public Screaming“ treffen.…
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1 „Love, Amy“: Eine Hommage an die fantastische Musikerin Amy Winehouse 4:01
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Gratwanderung zwischen Tragik und Genialität Amy Winehouse hat die Musikwelt mit ihrer kräftigen Soulstimme, ihrem Ausdruck und ihrer Liebe zur Musik verzaubert. Sie wollte singen – und die große Liebe finden. Diese hat sie zwar gefunden, doch sie war auch ihr Untergang. Diese Gratwanderung zwischen Tragik einerseits und Genialität andererseits steht im Zentrum von „Love, amy” am Heilbronner Theater. Die Idee einer Tribute-Show wurde schnell verworfen Erzählt wird anhand vieler Musiktitel von Wegbegleitern, musikalischen Vorbildern und Bewunderern der Ausnahmekünstlerin, wie etwa Adele. Auf der Bühne tanzt und spielt das Ensemble, begleitet von Thilo Wolf und seiner Big Band. Der Musiker hatte auch die Idee zum Stück: „Ganz am Anfang, vor sieben Jahren, hatte ich erst an eine Tribute Show gedacht. Aber wenn man sich mit Amy beschäftigt, dann merkt man ganz schnell es funktioniert nicht, eine verkleidete Amy Winehouse auf die Bühne zu stellen.“ Handlung erschließt sich durch Liedtexte Die Hauptrolle in dieser Hommage spielt und singt die Sängerin und Schauspielerin Johanna Maria Iser und ist dabei die personifizierte Musik, indem sie aus deren Perspektive den Blick auf Amy richtet. Der Gegenspieler zur Musik ist die zerstörerische Kraft des Mannes, der Amy liebt, mit Drogen und Alkohol aber auch in den Abgrund reißt. Inszeniert ist das Stück mit wenig Text, fast durchgängig spielt die Big Band. Die Handlung erschließt sich auch durch die Liedtexte. Alles ist immer in Bewegung, ein Markenzeichen von Regisseur Gaines Hall. Die Musik ist bis heute nicht verstummt Als Amy Winehouse überzeugt Johanna Maria Iser auf der Bühne. Sie verkörpert die britische Künstlerin auch deshalb so glaubhaft, weil sie sich seit vielen Jahren mit ihr beschäftigt. „Die persönliche Verbindung zu Amy startete bei mir im Jazz-Studium. Und Amy war eine der Künstlerinnnen die mich am meisten berührt hat. Vor allem auch, weil sie Jazz wieder Salonfähig gemacht hat”, so Iser. „Love amy” ist eine Verneigung vor einer ganz großen Soul- und Jazz Sängerin, die viel zu früh gegangen ist. Deren Musik aber bis heute nicht verstummt.…
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1 Einzigartig fruchtig! - die Kunstsammlung Rainer Wild aus Heidelberg 4:35
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Darunter findet sich das „Who is Who“ der Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Schwerpunkte liegen auf den „Jungen Wilden“ der 1980er Jahre und auf dem Expressionismus, aber immer auch schon auf der Gegenwartskunst. Ursprünglich sammelte Rainer Wild nur für sein Privatvergnügen, doch inzwischen ist seine hochkarätige Sammlung in eine Kunststiftung übergegangen und ein Großteil der Werke zieren die Büros, Flure und Konferenzräume seines Firmensitzes in Heidelberg.…
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1 Mely Kiyak über Weimar und Gegenwart: „Ich sehe das Denken gefährdet“ 13:41
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Ein Abend mit Mely Kiyak und dem Kabarettisten Max Uthoff Über ihre Beobachtungen spricht Mely Kiyak mit SWR Kultur kurz vor ihrem Auftritt beim Literaturfest Mannheim. Mit dem Kabarettisten Max Uthoff hat sie dort einen Abend zu Texten der Weimarer Republik bestritten, unter dem Titel „Ihr tötet nicht den Geist“. Es sei ein Versuch, „diese Zeit lebendig zu machen“, sagt Mely Kiyak, „weil ja viel über das Heute im Vergleich zum Damals gesprochen wird.“ Das Motto der Veranstaltung aus einem Lied von John Henry Mackay habe die National Library in den USA 1943 zum zehnjährigen Gedenken an die Bücherverbrennungen aufgegriffen. Als Banner habe sie über einer Veranstaltung gehangen, die damals auch Thomas Mann besuchte. Mely Kiyak hat die Rundfunkreden des Schriftstellers als Buch herausgegeben. Mely Kiyak: Eine strikte „Weigerung, Zusammenhänge verstehen zu wollen“ Die Bundesrepublik – ein neues Weimar? Meinungsfreiheit sei heute nicht das Problem, sagt Mely Kiyak in SWR Kultur. Jeder könne alles sagen. „Aber ich sehe die Ideen gefährdet, das Denken gefährdet.“ Das habe nicht eigentlich mit der Gegenwartsliteratur zu tun, „sondern mit dieser sehr strikten Weigerung, Zusammenhänge verstehen zu wollen, Ideen entwickeln zu wollen für die Zukunft.“ Differenziert über die Probleme der Gegenwart schreiben und diskutieren zu können, stehe immer unter der „enormen Kraftanstrengung, sich ständig gegen Vorwürfe, Anwürfe, Anschuldigungen wehren zu müssen, und das war in der Weimarer Republik auch so.“ Die Goldenen Zwanziger waren nicht golden Die Schriftstellerin Irmgard Keun zum Beispiel habe fliehen müssen, nachdem die Nazis ihren Roman „Das kunstseidene Mädchen“ als „Asphaltliteratur“ und „antideutsch“ verunglimpft hätten. „Wir nennen es heute immer die Goldenen Zwanziger“, so Mely Kiyak. „Aber ich glaube, ich finde daran gar nichts so golden.“ Insbesondere die bedeutenden Schriftstellerinnen würden erst jetzt wirklich entdeckt. Mascha Kaléko sei jahrzehntelang nicht einmal im Lyrik-Lexikon oder Brockhaus erwähnt worden. Irmgard Keun, Marieluise Fleißer und Vicki Baum seien uns „seit eben erst“ bekannt. „Aber sie waren es jahrzehntelang überhaupt nicht.“…
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